Die Brüdergemeine entstand als reformatorische Kirche in Böhmen bereits Anfang des 15. Jahrhunderts. Ihre Gründer hatten Herren satt und nannten sich Brüder des Gesetzes Christi, später Brüder-Unität. Über zwei Jahrhunderte war diese alte Brüderkirche ständigen Verfolgungen durch die Obrigkeit ausgesetzt. Jan Amos Comenius, ihr letzter Bischof, sah in der friedensstiftenden und heilenden Kraft den Kern christlichen Glaubens, der überall in der Welt entsprechend wirksam werden soll.

 Jahrzehnte nach seinem Tod siedelten Flüchtlinge aus Böhmen und Mähren, die zum Rest der Brüderkirche gehörten, auf dem Gut des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. In seiner Person fanden sie zugleich einen Menschen, der es verstand, die alten Traditionen und Inhalte zusammen mit neuen und originellen ansätzen im Blick auf eine offene christliche Gemeinschaft zu verbinden. So kam von Herrnhut aus, dem 1722 gegründeten Ort zwischen Löbau und Zittau, die Brüderische Bewegung neu in Gang. Denen, die sich ihr anschlossen wurde Jesus Christus wieder neu bewusst. Sie fanden in ihm den, der keine Unterschiede zwischen den Menschen macht, Hass und Gewalt überwindet und mit Gott versöhnt. Begeistert brachen bald schon die ersten Leute auf, um ihr Leben mit Sklaven, mit Angehörigen verschiedener fremder Völker zu teilen. Neue christliche Gemeinden entstanden, die Brüdergemeine wurde zu einer selbstständigen, weltweiten Kirche.